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Aufgeben oder nicht?

Tja, wie Ria´s Klospruch so schön sagt:

Die meisten scheitern nicht, sie geben auf.

Es sind soo viele Dinge, die hier nicht laufen oder besch... sind, dass ich kurz davor bin alles hinzuschmeißen und ne schöne Dr. Arbeit in Deutschland anzufangen. Hab auch schon einige interessante Gesuche gefunden. Klar, es gibt immer Probleme und die werd ich in Deutschland auch haben, aber einige Sachen werde ich hier nie ändern können und wenn ich hierbleiben sollte passe ich mich entweder an oder ändere meine Sichtweise wie Kostja mir heute sehr lieb erklärt hat bei dem Versuch mich aufzumuntern oder ich gehe am besten so schnell wie möglich. Denn hierbleiben ohne was zu ändern wäre zwar kein Selbstmord oder würde doch zumindest an Masochismus grenzen. Auch wenn ein paar wenige Esten jetzt nach einem dreiviertel Jahr auftauen, im großen und ganzen bin ich doch allein. Sie reden nicht viel und wenn in estnisch. Da bin ich dann auch in der Gruppe allein und es verletzt einen immer wieder aufs Neue, wenn die nach ein paar Sätzen in englisch dann wieder ins estnische wechseln und es gar nicht merken, dass sie einen ausgrenzen. Sie bemerken es nicht einmal, das hat mich am Anfang wütend gemacht, später sauer, dann traurig und dann hab ich resigniert, denn es kann doch wohl nicht angehen, dass man sie immer wieder darauf hinweisen muss: Hallo, hier ist jemand, der spricht kein estnisch, könntet ihr bitte auf englisch reden. Das ist auch ein Grund warum Pavlos gegangen ist und für ihn als Griechen muss das noch härter gewesen sein. Man kommt sich wie ein Verdurstender in der Wüste vor, wo neben einem die Leute aus vollen Wasserflaschen trinken und für jeden Tropfen muss man einzeln fragen, weil die anderen gar nicht merken, dass man auch Durst haben könnte. Phlegmatisch und unsensibel.  Es ist ja auch normal, dass man depressiv ist, das kommt hier häufig vor. Klasse, das hat mir noch gefehlt. Das einzige wäre jetzt ein guter Estnisch Crash Kurs und dann immer noch gute Nerven, denn selbst dann muss man immer noch um jede Unterhaltung kämpfen. Und der Winter bzw. der nicht kommende Frühling wird mir sehr hart zusetzen, da muss ich höllisch aufpassen, dass ich nicht wieder depressiv werde. Und Freunde finden ist hier echt eine Herausforderung.

Auf der anderen Seite, wenn ich dass hier durchstehe und noch eine ganz brauchbare Arbeit abliefere, dann werd ich wohl mit allem fertig.

Wenn?

Das ist die große Frage.

Die Arbeitsgruppe ist nicht organisiert, hat kein Ziel, Teamarbeit ist hier ein Fremdwort, selbst miteinander reden ist schon eine Besonderheit. Jede kleinste Unterhaltung ist kostbar. Echt nicht zu glauben, aber wahr. Klar auf konkrete Fragen gibts konkrete Antworten, aber keine Info mehr. Kein Gespräch von sich aus. Die freuen sich sogar, wenn man ihnen Löcher in den Bauch fragt. Wenn ich wieder nach Deutschland komme muss ich wieder total umdenken, um den Leuten nicht auf den Wecker zu fallen.

Da hatte ich mich jetzt schon damit abgefunden hier meine Zelte abzubrechen, da kommen doch wahrhaftig von mehreren Seiten ein paar Esten aus ihren Löchern. Da soll einer durchblicken.

Aber auch die Bürokratie ist hier sehr eigenartig, denn wo wird denn der Samstag als Urlaubstag gerechnet, obwohl er nicht als Arbeitstag gezählt wird. Ok, andere Länder andere Sitten. Aber ich hab keine Einarbeitung bekommen und es gibt auch keine kompetenten Ansprechpartner bei organisatorischen Problemen, wenn mal wieder nichts auf englisch zu finden ist und es meinem lieben Betreuer egal zu sein scheint, Hauptsache es läuft irgendwie. Es ist zum kotzen, wenn ich da an meinen letzen Job denke, da hatte ich auch alle Hände voll zu tun, um die 350 Studenten unter einen Hut zu bekommen, aber ich wusste nachher, wie man sich organisiert und das kann Jaak definitiv nicht, selbst delegieren kriegt er nicht hin. Manchmal bin ich kurz davor ihm einen Chrashkurs im organisiert arbeiten zu geben, in seiner Firma muss es ähnlich laufen, halt so graaade noch alles irgendwie schaffen. Das frustriert da auch so einige. Das müsste doch alles nicht sein. Oder die Filmaktion gestern, hätte mich und die anderen schon vorher interessiert, dass eine Filmcrew ins Büro kommt. Alles ist so improvisiert und kurzfirstig und unsicher. Das artet in Hektik aus und ich fühl mich momentan hier überhaupt nicht wohl. So, das reicht für heute.

21.6.07 18:33
 


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